Ein schwieriger Neustart
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschüttert ein weltweiter Börsencrash das Leben vieler Menschen und die Ära der großen Depression endet für einige ein beschauliches Leben. Auch Ellie und ihre Familie trifft es hart. Erst verlieren ihre Eltern die Arbeit und dann auch noch ihr Haus. Fortan versuchen sie sich ein neues Leben fernab der Stadt in der Wildnis rund um den Echo Mountain aufzubauen.
Ein Unfall, Enttäuschung und ganz viel Mut
Ellie und ihr Vater freunden sich schneller mit der neuen Situation an als die Mutter und ihre große Schwester Esther. Ihr kleiner Bruder Samuel ist noch zu jung und unbeschwert, um sich über die schwierigen Lebensumstände allzu viele Gedanken zu machen.
Nach einem Unfall liegt der Vater im Koma und keiner weiß, ob und wann er wieder aufwachen wird. Die Familie versucht weiterhin sich durch den eigenen Anbau von Gemüse und Tauschgeschäften mit den Nachbarn über Wasser zu halten. Sie kümmern sich liebevoll um den Vater und organisieren ihr Leben um ihn herum. Doch Ellie will und muss etwas tun, um ihm zu helfen. Eine innere Stimme gibt ihr Ideen und Kraft ihr Möglichstes zu tun, um den Vater dem Koma zu entreißen. Saugte sie vorher Wissen durch sein Vorbild und seine Erzählungen auf, tut sie es nun durch Beobachtung und logisches Denken. Auch ihre Abenteuerlust führt Ellie auf immer neue Wege. Einem scheinbar wilden Hund folgend lernt sie Cate und den Jungen Larkin kennen. Gemeinsam mit Larkin muss sie bald um Cates Leben kämpfen. Dabei entpuppt sie sich als geborene Heilerin mit dem immensen Mut, wirklich alles zu geben, um zu helfen. Diesen Mut und all ihre Kraft braucht sie auch, um ihre Familie und die von Cate wieder zu vereinen.
Poetisch, unaufgeregt und naturverbunden
Echo Mountain ist ein Buch über das Überleben von Katastrophen und dem in der Natur. Eindrücklich schildert Lauren Wolk das Unbezähmbare und Wilde der Natur und gleichzeitig in ihrer Protagonistin Ellie. Im Einklang mit der Welt um sie herum, erkennt sie die heilenden Kräfte der Pflanzen und Tiere und muss immer wieder Entscheidungen treffen und deren Konsequenzen tragen.
Dabei ist der Ton der Geschichte angenehm ruhig und lässt den Leser oft mit dem Gefühl zurück, selbst die Berghänge bestiegen oder im Fluss Fische gefangen zu haben. Die Beziehungen der Charaktere untereinander sind oft von Trauer und Misstrauen durchzogen, immer im Hinblick auf unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen.
Die Geschichte entführt in eine längst vergangene Zeit und ist im Hinblick auf die Bedeutung von Familie, Vertrauen und Mut zeitlos verständlich.
Fazit
Mut und ein unbändiger Drang zu helfen sind die Hauptthemen in diesem Buch über Familie, Freundschaft und dem Überleben, nachdem man alles verloren hat. Bildhaft, einfühlsam, und manchmal auch nichts für schwache Nerven, erzählt Lauren Wolk eine sehr lesenswerte und fesselnde Geschichte.
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